Buntegate-Urteil rechtskräftig

Freitag 19 August 2011

Das Urteil im Prozess der Zeitschriften Bunte gegen Stern ist rechtskräftig. Gegenstand des Rechtsstreits war ein Stern-Artikel über die offenbar zweifelhafte Recherchepraxis der Berliner Bild- und Presseagentur CMK, die für die Bunte gearbeitet hatte.


Quelle: Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde
Laut Stern-Bericht hatte die Presseagentur den früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering (li.) samt seiner heutigen Ehefrau Michelle Schumann und den Linken-Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaine (re.) beschattet

Das Burda-Blatt hatte gegen eine Formulierung im Inhaltsverzeichnis geklagt: „Das Privatleben prominenter Politiker wurde systematisch ausspioniert. Wer steckt dahinter? Die Illustrierte Bunte“. Das Gericht gab der Unterlassungsklage statt und verbot diese Berichterstattung. Ein durchschnittlicher Leser habe die angegriffenen Textpassagen zwingend so verstehen müssen, dass Bunte von den Methoden gewusst habe, so die Begründung. Gruner + Jahr geht nicht gegen die Entscheidung des Landgerichts Hamburg vom 30. Mai vor.

Gegenüber dem Kontakter erklärte der Verlag, man gehe nicht in Berufung, weil der Tatsachenkern des Artikels und die Recherchen des Stern von der Gerichtsentscheidung in keiner Weise berührt worden wären, sondern, im Gegenteil, in einer Beweisaufnahme sogar bestätigt worden seien.


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