TV: Kooperationen schaffen neue Erlösquellen

Dienstag 1 Dezember 2009

Die Medienindustrie steckt in einem Strukturwandel und die globale Wirtschaftskrise wirft ihre Schatten voraus: Der deutsche TV-Nettowerbemarkt wird wohl im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 10 Prozent auf rund 3,7 Mrd. Euro sinken. Die Gelder werden inzwischen nämlich auch woanders ausgegeben, vor allem im „Ecosystem TV & Breitband“, der laut der internationalen Strategieberatung „Booz & Company“ rund 24 Mrd. EUR umfasst.

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Quelle: Schnappschuss/Pixelio
Die Ergebnisse zur wirtschaftlichen Lage des Medienmarkts stammen aus der aktuellen Untersuchung „TV-Ecosystem 2010+“ von Booz & Company

Die Umsätze der klassischen Sender wie ARD, ZDF, RTL und Sky liegen aktuell deutlich unter dem Volumen von Breitbandzugang (über TV-Kabel und DSL) und Internet-Werbung. Trotzdem ist die Verbreitung neuer Dienste wie Digital-TV, IP-TV oder mobile Video-Nutzung im internationalen Vergleich weit abgeschlagen. Neue Wachstumsdynamik könnten Anbieter aber mit Zusammenschlüssen und branchen-, bzw. sektorübergreifenden Kooperationen freisetzen.

Die mageren Umsätze in der TV-Industrie führten sowohl bei Infrastruktur- als auch bei Inhalteanbietern zu einem drastischen Konsolidierungsdruck. Gleichzeitig sei aufgrund der angespannten Finanzierungs- und Cashflow-Lage die M&A-Aktivität im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Im europäischen Mediensektor ist der Gesamtwert der Transaktionen um 66 Prozent von 50 Mrd. Euro in 2007 auf 17 Mrd. Euro in 2008 zurückgegangen. Der Effizienz- und Diversifizierungsdruck sowie die Notwendigkeit von Skaleneffekten würden jedoch die M&A-Aktivitäten in den nächsten Jahren wieder deutlich ankurbeln.


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