Journalisten-Nebentätigkeiten im Visier

Freitag 31 Juli 2009

Die nebenberuflichen Tätigkeiten von Journalisten bieten nicht nur bei öffentlich-rechtlichen Sendern derzeit Diskussionsstoff, ein Verlust der Glaubwürdigkeit kann schließlich auch private Sender treffen. Doch gerade gebührenfinanzierte Anstalten sollten auf ihre Legitimität achten. So müsse eine strengere Genehmigungspraxis her, betont ZDF-Intendant Markus Schächter. Doch Nebentätigkeiten können aus rechtlichen Gründen nicht grundsätzlich verboten werden. In vielen Fällen sind Moderatoren zudem gar nicht fest angestellt bei den Sendern, sondern arbeiten auf freiberuflicher Basis für mehrere Anstalten, manchmal nicht länger als zehn Tage pro Monat.

BILD Zeitung
Quelle: Axel Springer AG
Das Thema ist bereits viele Jahre alt, doch erst seit einem Beitrag des NDR-Medienmagazins „Zapp“ wieder in den Fokus gerückt.

Das ZDF ist dabei in die kommunikative Offensive gegangen und plant künftig ein mehrstufiges Genehmigungsverfahren. Dabei werde unter anderem geprüft, ob durch die Nebentätigkeit Interessen des ZDF oder die journalistische Objektivität tangiert werden. Harte Kriterien dafür wurden jedoch nicht genannt. Auch würden die Höhe der Honorare künftig genauer angesehen, was ebenfalls Spielraum für Entscheidungsfreiheiten lässt. Letztlich müsse geprüft werden, ob eine offensive Vermarktung der Bildschirmpopularität, etwa durch eine Agentur, einen Ablehnungsgrund darstellen kann. So formuliert muss jedoch auch dies nicht unbedingt der Fall sein.

Ganz ohne die „below-the-line“ Vermarktung seiner Moderatoren möchte das ZDF jedenfalls auch künftig nicht auskommen. Laut Schächter stärke es das Renommee des Senders, wenn bekannte Protagonisten als Redner, Experten oder Moderatoren in der Öffentlichkeit auftreten.

Weitere Informationen:
TV-Beitrag des Medienmagazins „Zapp“ vom 24. Juni 2009

Agenturen aus dem Zapp-Beitrag:
http://www.nowak-communications.de
http://www.rex-gmbh.de
http://www.econ-referenten.de
http://www.orators.de


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