Interaktive Live-OPs in Großbritannien

Mittwoch 20 Mai 2009

Der Privatsender Channel 4 hat durch die Ankündigung eines neuen Sendeformats in Großbritannien für Aufregung gesorgt: In der vierteiligen Serie „The Operation: Surgery Live“ sollen aufwendige Operationen vom OP-Tisch direkt in die Wohnzimmer – sozusagen „from bench to couch“ – übertragen werden. Das allein ist aber noch nicht genug, denn Zuschauer können während der Eingriffe Fragen stellen, über Telefon, E-Mail oder Twitter.

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Quelle: Channel 4
Bereits am 25. Mai startet die neue Serie auf Channel 4. In der ersten Episode geht es um eine Operation am offenen Herzen

Offizielles Ziel der Sendung ist es, die Scheu vor operativen Eingriffen abzubauen, Diskussionen anzuregen und den Zusehern ein besseres Verständnis ihres eigenen Körpers zu ermöglichen. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hält den britischen Ansatz laut pressetext jedoch nicht für geeignet, um über das Geschehen im Operationssaal zu informieren, vermutlich seien eher Sensationslust und Einschaltquoten die ausschlaggebenden Faktoren für das neue Format. Erfahrungsgemäß seien Durchschnittspatienten ohnehin nicht an den Details einer Operation interessiert.

Der zuständige Redakteur David Glover verteidigte gegenüber dem Guardian das Format, das dem TV-Publikum zum ersten Mal die Gelegenheit böte, mit Chirurgen zu interagieren, während diese lebensverändernde Prozeduren durchführten.

Weitere Informationen:
http://www.channel4.com


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